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Wie sich die Baufinanzierung durch Corona verändert

Von der weltweit rasanten Ausbreitung des Coronavirus wurden nicht nur Gesundheitsbehörden überrascht. Neben der Medizinbranche waren die Auswirkungen der Krise von wirtschaftlichen Großkonzernen über öffentliche Lehranstalten bis hin zu privaten Haushalten von so gut wie jedem zu spüren. Während die Maßnahmen der jeweiligen Landesregierungen und die damit einhergehenden Einschränkungen von den Betroffenen individuell bewältigt und innerhalb Europas gesellschaftliche Abläufe langsam wieder aufgenommen werden, scheinen die wirtschaftlichen Folgen noch langfristig nachzuhallen. Dabei musste nicht nur der globale Aktienmarkt einen Einbruch verzeichnen; auch das von der Europäischen Zentralbank festgelegte Leitzinsniveau von null Prozent (Stand: 7.5.2020) liegt auf einem historischen Tiefstand. Für jeden, der sich mit dem Gedanken an eine Immobilienfinanzierung trägt, ein augenscheinlich günstiger Zeitpunkt zum Abschluss eines Kredites?

Wie sich die Baufinanzierung durch Corona verändert

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Wie sich die Baufinanzierung durch Corona verändert
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Sie erwägen die Aufnahme eines Kredites zum Bau Ihres Traumhauses? Oder möchten durch eine Immobilienfinanzierung Eigentum an einer bezugsfertigen Wohnung erwerben? Für viele erweist sich der Entschluss zur Einreichung eines Antrags beim bevorzugten Kreditinstitut als grundsätzlich nicht einfach – bedeutet eine positive Entscheidung doch auch eine jahrelange finanzielle Bürde. Derzeit jedoch spielt ein weiterer Aspekt eine bedeutende Rolle beim Für und Wider, denn Covid-19 macht auch vor der Baubranche nicht halt.

Auf den ersten Blick betrachtet, könnte der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung besser nicht sein: Das aktuelle Zinstief verspricht potenziellen Bewerbern entsprechend günstige Hypothekendarlehen. Zugleich jedoch herrscht weithin eine allgemeine Unsicherheit hinsichtlich künftiger gesetzlicher Vorgaben, einer möglichen zweiten Krankheitswelle, sowie weiteren Unwägbarkeiten auch der jeweils persönlichen Situation.

Was ist derzeit anders?

Grundsätzlich gilt: Lagen die Bauzinsen abhängig von Laufzeit, individuellen Umständen und gewähltem Anbieter im Mai 2010 noch bei einem Durchschnitt von fast vier Prozent p. a., erwartet Sie jetzt, ein gutes Jahrzehnt später, ein rund einprozentiger Zinssatz.

Verführerisch! Doch auch anderes ist neu: Der wochenlange Lockdown und die Vorgaben zu Social Distancing erfordern innovative Wege hinsichtlich der Beratung zur Immobilienfinanzierung und der letztendlichen Vertragsabwicklung. Zahlreiche Vermittler und Kreditinstitute haben ihre Prozesse daher den aktuellen Begebenheiten angepasst und nutzen in Zeiten voranschreitender Digitalisierung vornehmlich moderne Techniken zur Sicherstellung reibungsloser Abläufe:

  • Beratung mittels Telefon oder Videochat
  • Online-Besichtigungen durch Live-Kameraführungen
  • Individuelle Terminvergabe für persönliche Gespräche, keine Gruppenführungen
  • Einhaltung von Abstandsregeln und weiterer hygienischer Vorsichtsmaßnahmen wie einer Maskenpflicht beim obligatorischen Notartermin zum Unterschreiben des Kaufvertrags

Wo den Immobilienkredit abschließen?

Mögen auch grundsätzlich niedrige Bauzinsen locken, liegt auch bei einer Immobilienfinanzierung der Teufel oft im Detail. So kann die monatliche Differenz der Zins- und Tilgungsrate abhängig vom Anbieter derzeit einen Unterschied von mehr als Euro 250 Euro bedeuten, stellt man günstige Sollzinsen von 0,94 Prozent besonders hohen von 1,69 Prozent gegenüber (Stand: 4.3.2020). Neben der Zinshöhe gilt es, weitere individuelle Merkmale möglicher Kreditgeber zu beachten:

Hausbanken/ Bausparkassen Direktbanken Private Finanzmakler
Beratung Normalerweise persönlich; aktuell unter erschwerten Bedingungen (Hygiene- und Kontaktvorschriften) Internet, Telefon

 

  • Internet, Telefon
  • persönliche Treffen vereinzelt möglich, aktuell unter Auflagen
Produkte Ausschließlich hauseigene Angebote Limitierte Auswahl, Option auf Abschlussprämie
  • breite Produktpalette, da unabhängig
Zinshöhe Auch beim aktuellen Zinstief selten besonders günstig Variabel, oft günstiger als Hausbanken
  • in der Regel niedrig
Weiteres Zeitersparnis aufgrund bestehender Kundenverhältnisse;

häufig Auslagerung endgültiger Entscheidungen von örtlichen Filialen an Zentralen

Individuelle Konditionen sofort einsehbar
  • Schufa-neutrale Anfragen möglich

Pro und Contra: Eigentumserwerb in Zeiten von Sars-CoV-2

Ob Sie bereits eine Immobilie ins Auge gefasst haben oder noch am Anfang Ihrer Suche stehen: Die Unwägbarkeiten der Corona-Krise und die Schwankungen auf dem Finanzmarkt erleichtern die Entscheidung zur Aufnahme eines Immobilienkredites nicht.

Folgend haben wir die Vor- und Nachteile einer aktuellen Inanspruchnahme einer Baufinanzierung für Sie zusammengefasst:

  • + besonders günstige Angebote
  • + kein Ende des derzeitigen Zinstiefs in Sicht
  • + durch vorteilhaften Kauf schneller schuldenfrei
  • – Kontaktbeschränkungen erschweren Besichtigung und Vertragsunterzeichnung
  • – Immobilienpreisentwicklung schwer vorhersagbar
  • – Bauverzögerungen durch Einreisestopps ausländischer Arbeitskräfte und Engpässen in der Materialversorgung möglich

Tipp: Haben Sie bereits ernsthaft mit dem Gedanken an eine Baufinanzierung gespielt, sollten Sie die Entscheidung nicht länger hinauszögern. Spekulationen auf weiter sinkende Zinsen lohnen weder Zeitaufwand noch Nerven. Bedenken Sie jedoch Ihre persönliche finanzielle Situation – die gesetzliche Darlehensstundung gilt nur für bereits abgeschlossene Verträge.

Wie sich die Baufinanzierung durch Corona verändert

Optionen für Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten

Sollten Sie mit einem bestehenden Baukredit von den derzeit günstigen Zinsen profitieren, aber durch den krisenbedingten Verlust Ihres Arbeitsplatzes oder aufgrund Corona 19 anderweitig vor Problemen stehen, Ihre vertraglich festgelegte Rate an den Kreditnehmer abzuführen, stehen Ihnen verschiedene Optionen offen.

Bereits mit Beginn des Shutdowns haben sich viele Banken und Baufinanzierungsinstitute zu Kulanz und Flexibilität hinsichtlich zurückliegender Vertragsbedingungen und damit einer Reduzierung oder Aussetzung vereinbarter Sondertilgungen bereit erklärt.

Darüber hinaus können sich Verbraucher seit dem 1. April 2020 auf eine gesetzliche Stundungsregelung berufen. Folgende Bedingungen müssen für eine erfolgreiche Inanspruchnahme erfüllt sein:

  • Der Kreditvertrag wurde vor dem 15.3.2020 geschlossen
  • Die finanziellen Probleme wurden durch Covid-19 hervorgerufen
  • Die Unzumutbarkeit einer weiteren Tilgung ist gegeben
  • Die Stundung ist für den Kreditgeber zumutbar
  • Die Darlehenssumme übersteigt den Mindestbetrag von Euro 200,-
  • Förder-, Arbeitgeber- und Sachdarlehen sind ausgeschlossen

Die einschlägigen Regelungen im „Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ gelten offiziell noch bis zum 30. Juni dieses Jahres, eine Fristverlängerung jedoch ist nicht ausgeschlossen. Betroffen sind neben laufenden Tilgungen auch fällige Schlussraten und andere finanzielle Obliegenheiten aus dem Darlehensvertrag.

Darlehensstundung auch bei Fehlkalkulation möglich

Sind Sie weder von einer Insolvenz noch einer aktuellen Versetzung in Kurzarbeitszeit oder sogar dem Virus selbst betroffen, können Sie derzeit dennoch auf eine sinnvolle individuelle Einigung mit Ihrem Kreditgeber hoffen. Denn nicht nur ein geringeres Einkommen, auch Fehlkalkulationen können Kreditnehmer in brisante finanzielle Lage versetzen: Während der Corona-Krise können Um- und Neubauten nur unter erschwerten Bedingungen weitergeführt werden, und Zeitverzögerungen bei der Fertigstellung der Wunschimmobilie sind keine Seltenheit. Ein formloser Antrag bei Ihrem Kreditinstitut ist unter den gegebenen Umständen oftmals bereits ausreichend für eine Erleichterung der individuell vereinbarten Ratenzahlungen.

Zuschlagen oder abwarten? Die Zukunft ist immer ungewiss

Die weitere Entwicklung der weltweiten Immobilienpreise steht auch nach Ansicht vieler Experten in den Sternen. Doch das heißt nicht, dass Sie Ihre Tarotkarten bemühen müssen! Lässt sich auch die konkrete Nachfrage nach Eigentum aktuell schwer abschätzen, gilt doch, dass gerade in Krisenzeiten Sachwerte an Ansehen gewinnen. Und Zins- und Baufinanzierungskonditionen gerade dank Corona locken.

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