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Grunderwerbsteuer: Erhöhung ab 2014 in vier Bundesländern + Spartipps

Wer eine Immobilie erwirbt, muss nicht nur den Kaufpreis bezahlen, sondern auch mit erheblichen Nebenkosten rechnen. Maklercourtage, die Gebühren für den Notar, Grundbucheintragungen und nicht zuletzt die Grunderwerbsteuer summieren sich schnell auf etliche tausend Euro. Im Schnitt müssen Immobilienkäufer und Bauherren mit 10 Prozent und mehr Nebenkosten rechnen. Insbesondere die Grunderwerbsteuer erweist sich dabei zunehmend als Kostentreiber.

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Grunderwerbsteuer: Erhöhung ab 2014 in vier Bundesländern + Spartipps
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Länder drehen an der Steuerschraube

  • Berlin: Von 5,0% auf 6,0%
  • Bremen: Von 4,5% auf 5,0%
  • Schleswig-Holstein: Von 5,0% auf 6,5%
  • Niedersachsen: Von 4,5% auf 5,0%

Bis 1996 galt bei der Grunderwerbsteuer bundesweit ein einheitlicher Steuersatz von 2 Prozent, dann erfolgte eine Anhebung auf 3,5 Prozent. Seit 2006 werden die Steuersätze von den Ländern festgelegt. Die nutzten die Steuer seither ausgiebig, um leere Kassen zu füllen. Der alte Steuersatz von 3,5 Prozent wird derzeit nur noch in Bayern und in Sachsen erhoben. Alle anderen Bundesländer haben ihre Steuersätze kräftig erhöht. Das Ende ist damit nicht erreicht. Ab Januar werden vier Bundesländer die Sätze erneut anheben.

Den Spitzenreiter bildet dabei Schleswig-Holstein. Deutschlands nördlichstes Bundesland erhöht die Steuer von 5 Prozent auf 6,5 Prozent, gefolgt von Berlin, das 6 Prozent verlangt. Moderater fallen die Anpassungen in Bremen und Niedersachsen aus. Hier steigen die Steuersätze von 4,5 Prozent auf 5 Prozent. In Niedersachsen steht die endgültige Verabschiedung der Erhöhung noch aus, gilt aber als sicher. Im Dezember soll sie verabschiedet werden.

Steuern sparen – noch 2013 Vertrag abschließen

Beratung bei der BaufinanzierungWas das beim Immobilienkauf bedeutet, lässt sich leicht ausrechnen: Bei einem Objekt mit 300.000 Euro Kaufpreis macht die Erhöhung in Schleswig-Holstein eine Mehrbelastung von 4.500 Euro aus. Auch wenn die Mehrkosten woanders niedriger ausfallen, die Belastung bleibt.

Wer die vorgesehenen Steuererhöhungen vermeiden will, sollte daher noch in diesem Jahr seine Immobilientransaktion abschließen. Denn bei notariellem Vertragsabschluss vor dem 01.01.2014 gelten noch die alten Steuersätze. Die Bauzinsen sind nach wie vor günstig, wie die weitere Entwicklung der Bauzinsen aussehen wird, lässt sich schwer abschätzen – ein weiteres Argument für einen schnellen Abschluss!

So lässt sich Grunderwerbsteuer noch reduzieren

Auch unabhängig von den jetzt geplanten Steuererhöhungen gibt es Möglichkeiten, Grunderwerbsteuer zu sparen:

  • Einrichtungsgegenstände, die bei der Immobilie mit gekauft werden, aber nicht untrennbar mit dem Gebäude verbunden sind, müssen nicht versteuert werden. Darunter fallen z.B. Einbauküchen, Markisen und Lampen.
  • Wird eine gebrauchte Eigentumswohnung erworben, fallen Ablösungen für bereits gebildete Instandhaltungsrücklagen ebenfalls nicht unter die Steuer.
  • Bei vermieteten Objekten kann die Grunderwerbsteuer im Rahmen der Abschreibungen berücksichtigt werden.
  • Unter bestimmten Umständen mindern auch Photovoltaikanlagen die Grunderwerbsteuer.
  • Bestimmte Immobilienübertragungen sind grunderwerbsteuerfrei (dies gilt bei Schenkungen/Vererbung, bei Erwerb unter Ehegatten und Verwandten in gerader Linie).

Vertragliche Trennung von Grundstückskauf und Hausbau

Eine weitere Möglichkeit ist die vertragliche Trennung von Grundstückskauf und Hausbau. Wenn kein zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwischen beiden Geschäften besteht, fällt Grunderwerbsteuer nur für den Grundstückskauf an. Bei üblichen Bauträgergeschäften wird allerdings ein einheitliches Vertragswerk unterstellt, sodass diese Trennung steuerlich nicht anerkannt wird. Bei anderen Sachverhalten kommt es immer auf die Gegebenheiten im Einzelfall an.

Ein dauerndes Ärgernis

Für Immobilienkäufer und Bauherren bleibt die Grunderwerbsteuer ein Ärgernis. Dies wird die Länder nicht abhalten, sie weiter als Einnahmequelle zu nutzen.

Bildnachweis: © Rido – Fotolia.com

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