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Forex-Baufinanzierung

Den meisten Bauherren und Immobilienkäufern dürfte der Begriff „Forex Finanzierung“ noch nicht wirklich geläufig sein. Der Einzelbegriff „Forex“ („Foreign Exchange“) dagegen schon. Es handelt sich dabei um die internationale Bezeichnung für den Handel mit Währungen. Doch was hat der Währungshandel mit der Finanzierung von Immobilien zu tun?

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Forex-Baufinanzierung
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Mitunter bietet sich hier ein effektives Instrument zum Einsparen von Kosten!

Sparschwein mit eigenen Ersparnissen

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Wer in Deutschland eine Immobilie baut oder kauft und dafür eine Finanzierung abschließt, der tut dies in der Regel in der hier gängigen Währung, nämlich in Euro. Was viele nicht wissen: Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine Immobilienfinanzierung in jeder gewünschten Währung abzuschließen.

Doch warum sollte die Finanzierung in einer anderen Währung abgeschlossen werden?

Ganz einfach: Ist das Zinsniveau in einer fremden Währung derzeit besonders niedrig, kann es sich finanziell durchaus lohnen, die Finanzierung in eben dieser Währung abzuschließen. In der Vergangenheit haben sich immer wieder Konstellationen ergeben, in denen der Finanzierende bis zu zwei Drittel an Zinskosten für seinen Immobilienkredit einsparen konnte.

Wie kommt dieser große Unterschied zustande?

Grund für die erheblichen Unterschiede im Bereich der Zinskosten ist das Zinsniveau der Zentralbank. Bei Ländern mit dauerhaften wirtschaftlichen Schwächen – insbesondere konjunktureller Art – vergibt die Zentralbank Kredite mit besonders niedrigen Zinsen. Davon kann wiederum der Kreditnehmer profitieren.

Wie läuft die Aufnahme eines Immobilienkredites in einer Fremdwährung genau ab?

Die Abwicklung des Darlehens unterscheidet sich kaum von der einer herkömmlichen Bau- oder Immobilienfinanzierung in Euro. Zwar wird der Kredit bei der Forex-Finanzierung in einer anderen Währung aufgenommen (z. B. in Schweizer Franken oder Japanischen Yen), ausbezahlt wird das Darlehen jedoch immer in Euro.

Wo liegen die Risiken bei der Forex-Baufinanzierung?

Quelle: © vege - Fotolia.com

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Wo Licht ist, da ist in der Regel auch Schatten. Soll heißen: Wenn auf der einen Seite die Möglichkeit besteht, nicht unerhebliche Zinskosten durch die Finanzierung mittels einer Fremdwährung einzusparen, kann dieser Schuss auf der anderen Seite auch gehörig nach hinten losgehen.

Risiko 1: Währungsschwankungen

Da ist zunächst das allgegenwärtige Risiko der Währungsschwankungen. Sofern der Wert des Euro gegenüber der Fremdwährung steigt, sinken gleichzeitig die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers. Er kann also sowohl Zinsen als auch die Tilgung mit weniger Euros begleichen. Das Gleiche gilt allerdings auch umgekehrt. Sinkt der Wert des Euro gegenüber der Fremdwährung, muss der Kreditnehmer mehr Kapital in Euro aufbringen, um seine Zinsen und die Tilgung abzuzahlen.

Risiko 2: Endfälliges Darlehen

Hinzu kommt außerdem noch ein weiteres Risiko: In der Regel sind Forex-Baufinanzierungen als endfälliges Darlehen mit Tilgungsaussetzung konzipiert. Das bedeutet: Über einen langen Zeitraum begleicht der Kreditnehmer nur die Zinsen und spart einen Kapitalstock an (z. B. durch fondsgebundene Lebensversicherungen oder Fondssparpläne). Die Schuldsumme wird dann bei Fälligkeit in einem Betrag getilgt. Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Aktienkurse nicht wie erwartet entwickeln und die damit erzielten Renditen am Ende nicht ausreichen, um die Darlehenssumme komplett zu tilgen. Der Kreditnehmer bleibt in diesem Fall auf einem Restschuldbetrag sitzen. Eine Beispielrechnung finden Sie bei Wikipedia.

Risiko 3: Die Zinsentwicklung bei variablem Zinssatz

Bleibt schließlich noch das Risiko der Zinsentwicklung. Hier wirkt sich negativ aus, dass die Zinssätze bei den meisten Fremdwährungsdarlehen variabel sind. Es gibt also keine langen Zinsfestschreibungen. Ergo kann der Zinssatz jederzeit an das Marktniveau angepasst werden, was dann oft zu Ungunsten des Kreditnehmers geschieht. Die Kosten für das Darlehen lassen sich somit bei der Forex-Baufinanzierung nicht über einen längeren Zeitraum im Voraus kalkulieren.

Wo gibt es weitere Informationen zur Forex-Baufinanzierung?

Aufgrund der beschriebenen Risiken wird der Immobilienkredit per Fremdwährung (Forex-Baufinanzierung) bei Bauzins.org nicht angeboten und in Deutschland in der Regel nicht offensiv beworben. Trotzdem besteht bei fast allen Banken und Kapitalgebern die Möglichkeit, eine solche Finanzierung abzuschließen. Sprechen Sie daher zunächst Ihre finanzierende Bank auf diese Möglichkeit an. Für einen ersten Überblick hilft Ihnen unser Bauzinsen Vergleich. Wählen Sie im ersten Schritt aber nur Banken (z. B. Ing DiBa) und keine „normalen“ Vermittler, da die Banken selbst in diesen Spezialfällen flexibler sind.

Mehr Informationen zur Forex-Baufinanzierung

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Ein spezialisierter Vermittler für Forex-Baufinanzierungen ist Baufinanzierung-Bayern.de. Nach unseren Informationen sind Sie – entgegen des Namens – deutschlandweit tätig. Bitte beachten Sie aber: Eine unabhängige Risikobewertung kann man von einem Verkäufer nicht erwarten.

Hilfreich ist es, wenn Sie bereits einen Einblick in den Markt haben. Fundierte Informationen in diesem Bereich bietet z. B. Forexhandel.org.

Für Bauherren oder Immobilienkäufer, die in Sachen Forex noch völlig unerfahren sind, bietet sich die Finanzierung mittels einer Fremdwährung dagegen eher nicht an, da diesen Käufern meist die nötige Risikobereitschaft für eine solche Finanzierung fehlt.

Fazit

Die Chancen gestalten sich bei der Forex-Baufinanzierung attraktiv, doch die Risiken sollten immer im Hinterkopf behalten werden. Wer mit spitzem Stift rechnen muss und bei der kleinsten Änderung Gefahr läuft, die Finanzierung nicht mehr stemmen zu können, sollte besser eine sicherere Finanzierungsform wählen. Wer dagegen noch etwas Kapital in der Hinterhand hat, der kann den Versuch durchaus wagen.

Zum aktuellen Zeitpunkt (April 2014), ist von dieser Finanzierungsform aufgrund der aktuellen Bauzins-Entwicklung in Deutschland grundsätzlich abzuraten. Die Ersparnisse sind – wenn überhaupt – minimal und rechtfertigen das Risiko nicht.

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